Stardusters inzenieren den heissen Beat im Keller

Fünf junge Leute träumen von der großen Musikchance
"There is no reason for me." Gedehnt, aber voller Kraft tönt die Melodie aus einer Batterie überdimensionierter Lautsprecher.
Der singende Junge am Mikrophon wird begleitet von den Klängen dreier Gitarren und dem leisen Wirbel
eines Schlagzeugs. "I cannot prove such love" ich kann diese große Liebe nicht beweisen - ist der Titel des nächsten Hits.
So tönt es am laufenden Band.Dann "Too crazy" - zu verrückt.
Der kleine Raum scheint aus den Nähten zu platzen.
Man hat "Angst um sein Trommelfell. "Aber gegen die Lautsprecher ist nicht anzukommen.
Ort des Schreckens ist ein Keller im Jugendhaus der Klettenberger Brunopfarre,
 in dem die Stardusters so nennt sich die Beatband-, mehrmals in der Woche üben.
Die fünf jungen Musiker genießen Gastrecht, denn sie gehören nicht zur organisierten Pfarrjugend.
Aber sie stammen aus Klettenberg und kennen die Heimleitung.
So dürfen sie im Jazzkeller üben,wenn auch hin und wieder einige Teilnehmer an Diskussionsrunden in den benachbarten
Räumen gegen die heißen Rhythmen aus den Keller aufbegehren.
Die Jugendgruppen sprechen trotzdem von "unserer Band Wenn man die Stardusters was so viel wie Sternenstaub bedeutet.
Bei der Probe beobachtet, meint man, Besessene vor sich zu haben.
Das harte üben hat sich allerdings schon bezahlt gemacht.
Die Band genießt einen .guten Ruf" Karneval wurde sie mehrfach von führenden Gesellschaften engagiert.
Die "Atmosphäre großer Sähle ist den quicklebendigen Musikern nicht neu.
Man glaubt, Profi: vor sich zu haben, denn neben dem Bandleader gibt es auch einen Manager.
Im Gespräch mit dem Manager erfährt man allerlei aus dem Leben einer Beatband.
Zum Beispiel, daß die etwa 18jährigen Jungen durchweg im Beruf ihren Mann stehen als Dekorateur, Mechaniker,
Maschinenbauschlosser, Elektriker und Beamter.
Der Manager sinniert vor sich hin: "Ja, wenn man so an einige .Lokalbesitzer denkt, die einen engagieren wollen.
Manche meinen,sie könnten uns für ein "Almosen haben. "Aber daraus wird nichts Schliesslich,
muß zunächst einmal die "Anlage abbezahlt werden, die der Vater eines Jungen vorfinanziert hat.
Kostenpunkt: 12 000 DM.Das Leben der Beatmusiker ist hart. Während die "Altersgenossen ins Kino oder zu einer Party gehen,
üben sie hart und verbissen. Sie wollen es zu etwas bringen.Das Repertoire der Stadusters ist umfangreich:
über 100 Titel selbstverständlich die bekannten Hits, aber auch eine ganze Zahl eigener Nummern.
In den nächsten drei Monaten spielen sie inRoisdorf, in "Aachen und in Köln. Jeden Samstag und Sonntag.
Inzwischen haben die fünf Jungen eine kleine Pause eingelegt. Ob sie auch eine eigene Tracht trügen,
wenn sie auf der Bühne stehen, wird gefragt. Ja. Eine Jacke hätten, sie und alle die gleichen Hemden. Beatle-Stiefel?
Nein, die wollten sie nicht, auch wenn sie schick'wären. Nachäffen könnten die Teenager.
Spitznamen? "Nur Künstlernamen", kommt es einhellig zurück. Ricky Stone, Mike Bird, Sam Town sorgen
für Rhythmus und Gesang, Ray Mountain spielt die Baßgitarre, Bad Shorty bringt am Schlagzeug Stimmung,
ein kleine! behender Bursche, der aus Übermut manchmal zu viel Lärm macht.
Man kann sich mit den Stär dusters gut unterhalten Sie sehen gepflegt aus.
Von Extravaganzen oder Tenagersprache ist nichts zu spüren.
Ihr großes Ziel: Endlich einmal in einem richtigen Tonstudio "Aufnahmen machen."
Aber die Erfüllung dieses Wunschtraumes kostet viel Geld.
Ohne Vitamin B - gemeint sind die Beziehungen scheint es nicht zu klappen. ine Platte von ihnen würde
sich gewiß verkaufen lassen, meinen die Jungen.
Zum "Abschluß führen die Stardusters einige ihrer besten Nummern vor.Durchweg Eigenkompositionen,
Sie ziehen eine richtige Show ab. Machen Späßchen und lachend weiter. Sie schreien und blinzeln verschmitzt.
Sie spielen Folklore genauso gekonnt, wie sie auf der harten Welle der Beatmusik reiten. Show gehört zum Geschäft.
Ohne Show kein Erfolg! Deshalb schütteln sie die Haare, verrenken die Glieder
und schreien ins Mikrophon, bis sie fast heiser sind.