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Wormland schließt Shop auf der Schildergasse  Im Januar 2014

Der Männermode-Spezialist Wormland zieht im Januar 2014 aus den Verkaufsräumlichkeiten in der Kölner Schildergasse aus. Der Mietvertrag wird von Seiten des Vermieters nicht verlängert. Die Suche nach einer alternativen Immobilie verlief ohne Erfolg.

Herren, die bislang den Wormland-Shop auf der Schildergasse 51 aufsuchten, um Jeans, Shirt oder Sakko zu kaufen, müssen sich im nächsten Jahr eine Alternative suchen. Am 4. Januar 2014 verabschiedet sich Wormland aus Köln. Der Grund für die Schließung: Der Vermieter will den bestehenden Mietvertrag nicht verlängern.

Die Entscheidung sei von Wormland mit "großem Bedauern" zur Kenntnis genommen worden, erklärt Oliver Beuthien aus der Geschäftsführung des Unternehmens. Mit fehlenden Kunden habe die Schließung nichts zu tun. "Wir wären gerne in Köln geblieben, denn wir sind überzeugt davon, dass Wormland gut zu Köln passt", so Beuthien weiter.

Kardinal Frings - ein Wormland-Fan

Tatsächlich  blicken das Modegeschäft und die Stadt Köln auf eine lange gemeinsame Historie zurück: Sechzig Jahre ist es her, dass Unternehmensgründer Theo Wormland das erste Kölner Geschäftshaus in der Hohe Straße 124-126 erbauen ließ. Kardinal Frings soll hier ein und ausgegangen sein, um den Modeunternehmer zu besuchen.

Obwohl die Immobilie in der Hohe Straße bis heute in Besitz von Wormland ist, wird das Männer-Mode-Geschäft künftig nicht mehr in Köln vertreten sein. Das Geschäftshaus käme als Standort für eine neue Kölner Filiale einfach nicht in Frage. Bestehen bleiben die Shops in Oberhausen und Dortmund auf die eingefleischte Wormland-Fans ab 2014 ausweichen müssen.

 

„Licht und Bewegung“ am
Wormland-Haus Wormland-Stiftung
stoppt Reparatur von berühmter Skultur
 
 

Köln -

Kurz vor der Fertigstellung der Reparatur-Arbeiten an der kinetischen

Skulptur „Licht und Bewegung“ am Wormland-Haus an der Hohe Straße legt

die Wormland-Stiftung das Projekt auf Eis.

Sämtliche Bemühungen um Wiederinbetriebnahme des berühmten Kunstwerks

von Otto Piene (1928 bis 2014) seien einzustellen, verlangte Stiftungsgeschäftsführer

Peter Sachse als in einer E-Mail vom 28. August an die Vorsitzende des Rheinischen

Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Barbara Schock-Werner.

Die ehemalige Dombaumeisterin hatte zusammen mit Jürgen Wilhelm vom

Landschaftsverband Rheinland die Instandsetzung von Pienes Plastik vorangetrieben.

Nach letztem Stand hätten Ende September die beweglichen Metallkugeln

von der Fassade abgenommen, gereinigt und dann mit erneuerten Leuchtkörpern

wieder installiert werden sollen. Auch die seit Jahrzehnten still stehende Mechanik

sollte wieder in Gang gesetzt werden. Die Fassade des Geschäftshauses,

an der „Licht und Bewegung“ befestigt ist, steht seit diesem Jahr unter Denkmalschutz.

Die Stiftung war trotz mehrfacher Anfrage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dass die Erneuerung der einst vom Textil-Unternehmer Theo Wormland in Auftrag

gegebenen Skulptur nun ausgerechnet an der Wormland-Stiftung zu scheitern droht,

sei „enttäuschend“, sagte Schock-Werner. Wilhelm, der sich als Vorsitzender der

Zero-Stiftung um das Erbe der gleichnamigen, von Piene mitbegründeten Künstlergruppe

bemüht, sprach von einer „überraschenden und völlig unverständlichen Entscheidung“.

Über das „harsche, wenn nicht rüde“ Vorgehen der Stiftung könne er sich nur wundern,

zumal Geschäftsführer Sachse keinerlei Begründung für den vorläufigen Reparatur-Stopp

gegeben habe. In der E-Mail, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, heißt es lediglich,

die Stiftung trage sich „mit eigenen

Überlegungen zu dieser causa“. Sachse kündigte eine weitere Stellungnahme für Ende November

 oder Anfang Dezember an.

Verkauf der Immobilie?

Noch im März hatte er Maßnahmen zur Reparatur ausdrücklich genehmigt. Obwohl für

die Stiftung, wie Sachse seinerzeit betonte, keine Verpflichtung zur Wiederinbetriebnahme

bestehe, verband er seine Zustimmung mit einer doppelten strikten Auflage:

Der Stiftung dürften „selbstverständlich keine Kosten entstehen“, und etwaige Sponsoren

dürften ihre Unterstützung keinesfalls zu einer „publizistischen Ausschlachtung“

gegen die Wormland-Stiftung nutzen. „Wenn Sie diese Hilfestellung als Mäzenatentum ansehen,

 dann möge Maecenas diskret und ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit tätig werden.“

Auf den Sinneswandel der Stiftung konnten sich Schock-Werner und Wilhelm nach

übereinstimmender Aussage keinen Reim machen. Insider aus dem Textilhandel

deuteten indessen an, dass die Wormland-Stiftung beabsichtigen könnte, ihre Immobilie

auf der Hohe Straße zu Geld zu machen. „Sollte das zutreffen, wäre eine Reparatur

der Piene-Skulptur aber doch erst recht sinnvoll“, sagte Wilhelm.

Abnehmen oder verändern dürfe ein neuer Besitzer das Werk aus Gründen des

Denkmalschutzes ohnehin nicht. „Darum ist für Kaufinteressenten ein funktionieren

des Kunstwerk der Zero-Gruppe von solch hohem Rang mit Sicherheit attraktiver als

ein defektes“, so Wilhelm.
Kommentar

– Quelle: https://www.ksta.de/22725924 ©2018