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Mit Knopp durch’s Veedel II

25. Juni 2015, | posted by Bruno Knopp at 6:34:34 am | No Comments

Mit Knopp durch’s Veedel
– Der Duffesbach -

Etwa drei Meter liegen die beiden Schienenstränge der Stadtbahnlinie 18 zwischen den Haltestellen “Klettenbergpark” und “Arnulfstraße” auseinander. Auf der Kreuzung Luxemburger / Unversitätsstraße rücken die Schienen wieder zusammen. Na und? Lägen die Schienen auf dieser Strecke eng bei einander – dann würden Sie auf der Haltestelle wohl ewig auf die Stadtbahn Ihres Vertrauens warten. Die Züge wären in den Duffesbach gestürzt! Jawoll, in den Duffesbach! Denn auf diesem kanalisierten Bach stehen wir, wenn wir dort die “18” erwarten.

Bis in die 90er-Jahre des 19. Jahrhunderts hinein floss der Bach, in der Ville hinter Alt-Hürth entspringend, komplett oberirdisch quer durch die Sülzer Flur. Über Jahrhunderte wurden Teile seines Wassers auf die Felder der Gegend geleitet. Dann verschwand er in einem Kanal entlang der Luxemburger Straße und weiter Richtung St. Pantaleon am Weidenbach in der Stadt. Nun war die Hochwassergefahr des Bachs gebannt. Wichtige Voraussetzungen zum Bau der Köln-Bonner-Eisenbahn und der Entwicklung des neuen Stadtteils Klettenberg.

Noch heute fließt der Duffesbach oberirdisch im Grüngürtel entlang der Berrenrather Straße. Bereits in Höhe des Militärings beginnt seit den 1960er-Jahren der dunkle, unterirdische Abschnitt des Baches. Früher strömte der Duffesbach oberirdisch vom Militärring an der Scherfgin- und Hirzstraße vorbei bis zur Luxemburger Straße …

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Paul Hautz am Duffesbach zwischen Hirzstraße und Luxemburger Straße am damaligen “Kiesweg” in Blickrichtung Stadt. Dort lag bis in die Nachkriegszeit hinein eine Gärtnerei. Foto: Privatsammlung Paul Derichsweiler

… um dann dort ab etwa 1895 im Kanal zu verschwinden. Anwohner berichten das in der Wirtschaftswunderzeit Verschmutzung und Gestank derart zunahmen, dass der Bach überdeckelt wurde. Auf dem Bachdeckel führt heute ein Fußweg entlang.

Ob der Name “Duffesbach” mit der Geruchsbelästigung zu tun hat, ist umstritten. Manche Experten vermuten, dass der Name von einem Taubenhaus, einem “Duffes” stammt, welches in einem Weiher vor der Stadtmauer stand. Dort hatte man den Bach wohl schon im Mittelalter aufgestaut, bevor er innerhalb der Stadt Richtung Malzmühle und Rhein floss – abschnittsweise bezeichnet als Weidenbach, Rot- und Blaugerberbach. Einen Teil seines Wassers zweigte man ab und leitete es über den Heumarkt.

Heute ist die Haupt-“Quelle” unseres Duffesbachs übrigens die Kläranlage des “Chempark Knapsack”. Die früheren Quellgebiete wurden im Laufe des Braunkohle-Abbaus dort weggebaggert.

Da bis 1888 der Rhein an Köln vorbei floss (in diesem Jahr wurde Deutz eingemeindet), war der Duffesbach das einzige Gewässer, dass die Stadt durchschnitt. So hieß es richtig “Köln am Duffesbach”, wie der Historiker Carl Dietmar schreibt – und Sülz-Klettenberg liegt immer noch am überwiegend unsichtbaren Bach.

Bruno Knopp

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