Die Conciergerie und der Justizpalast

 

 
Wenn man auf die Ile de la Cité geht, fällt einem als erstes ein mächtiges und wenig anheimelndes Gebäude auf - die Conciergerie.
 
 
Die Conciergerie ist ein Rest des ersten Palastes auf der Ile de la Cité, in dem die Königs von Frankreich resisierten, bevor sie in den Louvre umzogen. Der berühmteste Bewohner war Ludwig der Heilige, der bei seinem Palast die Sainte Chapelle errichten ließ.

Der Festungsbau der Conciergerie wurde unter Philipp dem Schönen (1284-1314) als Erweiterungsflügel des Palastes hinzugefügt. Die Conciergerie hat ihren Namen von dem "Concierge", dem königlichen Verwalter des Gebäudes.

 
 
Die Architekten der Conciergerie waren Nicolas des Chaumes and Jean de Saint-Germer. Des Gebäude hat seinen gotischen Charankter bewahrt - besonders im Salle des Gardes ...
 
 
... und im Salle des Gens d'Armes. Dieses war ehemals der Speisesaal des Königs. Er ist 69m lang und 27 breit, und von der Küche aus, an deren offenen Herden jeweils ein ganzer Ochse gebraten werden konnten, ließen sich 1000 Gäste auf einmal bewirten!
 
 

 
Die große Uhr stammt ursprünglich aus dem Jahre 1370 und war die erste öffentliche Uhr von Paris. Sie hat dem ganzen Straßenzug, an dem die Conciergerie liegt, den Namen gegeben: Quai de l'Horloge - das Ufer der Uhr.
 
 
Nachdem der königliche Hof in den Louvre gezogen war, wurde die Conciergerie zunächst ein Verwaltungsgebäude und 1391 ein Gefängnis unter der Bezeichnung "Palais de Justice". Es läßt sich denken, daß die, die in diese Mauern eingingen, vom Leben nichts mehr erwarteten.
 
 
Die Gefangenen saßen in kalten Zellengewölben, nur wer Geld hatte, konnte sich einen Strohsack mieten! Sie trugen sehr zu recht die Bezeichnung "oubliettes" - "die Vergessenen". Die schlimmen hygienischen Verhältnisse machten die Conciergerie zu einer Brutstätte von Seuchen, zweimal brach hier die Pest aus.
 
 
Bevor sich die Verhältnisse bessern ließen, brach die Französische Revolution aus. Neue Massen von Gefangenen wurden in die Conciergerie gebracht und mehr als 2000 von ihnen zum von Schnellgerichten Tod auf der Guillotine verurteilt. 
 
 
Die beiden berühmtesten Gefangenen während dieser Zeit waren die Ex-Königin Marie Antoinette, deren Zelle in eine Kapelle umgestaltet wurde .... 
 
 
... und Maximilian Robespierre, den Führer der Revolutionsregierung, der wegen angeblicher "Verbrechen gegen die Revolution" selber auf der Guillotine endete.

  
Die Conciergerie ist heute ein Museum. Unter dem Justizpalast versteht man jetzt das Gebäude am Cour de Mai mit dem wunderschönen schmiedeeisernen Gitter davor.
Jedes Jahr wurde zur Feier des 1. Mai ein junger Eichenbaum aus dem Wald von Vincennes gebracht und im Hof des heutigen Justizpalastes aufgepflanzt. Er sollte die Einheit von Himmel und Erde, von göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit symbolisieren. Von diesem Brauch rührt der Name "Cour de Mai".

Die Fassade des Gebäudes wurde unter Ludwig XVI. von dem Architekten Demaison errichtet.

 
Der Justizpalast ist heute Sitz aller Gerichte von Paris und deswegen ist das Gelände streng von der Polizei bewacht.. Wenn man Sainte Chapelle besuchen will, muß man ebenfalls eine strenge Personen- und Taschenkontrolle durchlaufen!
 
Die offizielle Seite des Palais de Justice
Von hier gibt es einen Link
zur Geschichte der Gebäude und Institutionen
(auf Englisch)